Berichte aus meinem Erasmus+ Praktikum
Herzlich willkommen zu meinem Blog.
Ich heiße Pervin und befinde mich momentan im zweiten Lehrjahr meiner Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten. In diesem Blog möchte ich euch von Erlebnissen während meines Erasmushalbjahrs berichten. Dabei gehe ich, wenn auch nicht ausschließlich, auch auf meine Erfahrungen mit Malta als vollblinde Person ein.
Momentan befinde ich mich in unserem Airbnb in Sliema, welches ich mit meiner Klassenkameradin Kati teile. Nach einer leicht verspäteten Landung am Montag Nachmittag hieß es erst einmal ankommen und einrichten.
Der erste Eindruck war die erfreuliche Wärme, momentan haben wir tagsüber um die 16 Grad, was zum Glatteis und dem Frost in Deutschland ein himmelweiter Unterschied ist. Trotzdem ist es wichtig, die Abkühlung in den auf Sommer ausgelegten Häusern nicht zu unterschätzen, weshalb ich zum Glück trotz Vorfreude auf Wärme gut ausgestattet angereist bin.
Wir wurden von der Vermieterin unseres Airbnb herzlich empfangen und erst einmal mit den Geheimnissen des Boilers, der Klimaanlage und des Stromzählers vertraut gemacht; in Malta wird der Strom über verbrauchte Units abgerechnet, welche dann am Monatsende bezahlt werden. Also heißt es mitdenken und den Boiler vor und nach dem Duschen an- und ausschalten, sonst darf man bibbern oder erlebt eine unschöne Überraschung am Monatsende.
Einer unserer ersten Wege führte uns in einen kleinen Laden etwa zwei Minuten entfernt, welcher frisches Gemüse und Obst verkauft. Wie erstaunt waren wir darüber, dass es im Februar schon lokale Erdbeeren aus dem Gewächshaus gibt. Sie schmecken einfach unglaublich köstlich. Sehr lecker und interessant ist auch der lokale Knoblauch, welcher noch grün geerntet wird, sodass man große Teile der grünen Pflanze noch verzehren kann. Er schmeckt sehr frisch und mild.
Während dieser Besorgungen konnte ich viele Eindrücke sammeln. Die teils sehr schmalen Gehsteige, die mit Blindenstock zwar machbar, aber sehr ungewohnt sind, das Blubbern des Meeres an eine Mauer beim Entlangspazieren an einer Einkaufsstraße, ein Hauch von Frühling und ein beständiger frischer Duft, der sich in die Meeresluft mischt, dessen Ursprung ich aber noch nicht ausmachen kann. Dazu das Geräusch der Sirenen, welche für mich denen aus den USA ähneln und immer wieder Gespräche in Maltesisch, dieser melodischen Sprache, welche Einflüsse aus dem Arabischen, Italienischen, Französischen und Englischen in sich vereint. Auch die Hilfsbereitschaft und Aufmerksamkeit vieler Menschen ist mir sofort aufgefallen. Autos lassen mich vor und oft habe ich schon Hilfe an steileren Gehsteigen erhalten.
So viel erst einmal für heute. Ich freue mich, euch weiter durch meine Erfahrungen mitzunehmen.